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Singapur 2008

 

 

Moin Moin und einen schönen Gruß aus Singapur.

Ich bin nun seit knapp 10 Tagen hier und freue mich auf die folgenden 5 Monate „Biosauna“.

Denn anders kann man das hier wirklich nicht beschreiben. Es sind tagsüber angenehme 29-32 Grad und nachts kühlt es sich, wenn man viel Glück hat, auf ca. 26 Grad ab. Das wäre auch alles kein Problem wenn die Luftfeuchtigkeit nicht bei gefühlten 120% läge.

Die ersten paar Tage war das auch ziemlich nervig; inzwischen habe ich mich allerdings daran gewöhnt, sodass auch tagsüber joggen gehen nicht mehr unmöglich ist. Das hätte ich am ersten Tag definitiv bleiben lassen sollen, aber nachher ist man immer schlauer. Ich glaube so nah an einem Infarkt wie nach dieser halben Stunde laufen bin ich bisher noch nicht gewesen. Naja, mag aber auch alles an meiner eher dürftigen Kondition liegen.


Kommen wir nun zu wichtigeren Dingen wie meiner Unterkunft; wenn man das so nennen kann. Ich besitze für die nächsten 18 Wochen ganze gemütliche neun Quadratmeter; und das ganz für mich alleine! Mein Zimmer stellt sich als ein absoluter Glücksgriff dar und das aus folgenden Gründen:

  1. In dem Wetter, das ich gerade beschrieben habe, ohne Klimaanlage einzuschlafen und nicht mindestens fünf mal nachts aufzuwachen ist eine echte Herausforderung.

  2. Der vielleicht größte Vorteil allerdings ist, dass meine Fensterseite zum Süd-Osten hin ist: Das bedeutet ab acht Uhr Morgens Sonne satt!

  3. Ein weitere großer Knüller ist die Einrichtung. Ich bin zwar kein Innenarchitekt, aber wenn ich schon nur 9 Quadratmeter zur Verfügung habe, dann würde mir persönlich einfallen das Bett an die Wand zu stellen. Nicht so hier: Mein Bett stellt einen ganz fantastischen Raumteiler dar. Ich hätte es auch schon umgestellt, aber da der Kleiderschrank eingebaut ist, ist das nicht drin.

(An alle, die von meiner Unterkunft in den ersten paar Wochen in Hamburg wissen: Das war dagegen reines Hotelfeeling)



Das man sich aber ja bekanntlich an alles gewöhnt und ich so nicht viel Zeit in meinem Zimmer verbringe, konnte ich mir schon ein bisschen die Stadt anschauen.

Meine Uni liegt dafür eigentlich ganz gut. Zum einen habe ich es nicht weit in die Innenstadt und zum Strand nach Sentosa (eine kleine Insel im Süden von Singapur) ist es auch nur ca. eine halbe Stunde. Das heißt in meiner ersten Woche musste ich täglich die äußerst schwierige Entscheidung treffen mir die Stadt anzuschauen und einkaufen zu gehen oder es mir unter einer Palme gemütlich zu machen. Diejenigen, die mich gut genug kennen, werden wohl ahnen können wie die Entscheidung zwischen Shoppen und am Meer liegen ausgefallen ist.


Ein paar Tage habe ich aber auch schon für Stadtbesichtigungen genutzt und kann erstmal nicht bestätigen, dass es hier alles so sauber sein soll. Natürlich sind die touristischen Stellen und die Straße, die vom Flughafen wegführt, mit Bäumen gepflastert, sehr sauber und verkehrstechnisch ordnungsgemäß. Also so, wie es der deutsche auch gerne hat, wenn er ins Ausland fährt. Begibt man sich allerdings mal in die Stadtteile Little India oder Chinatown, sieht alles schon wieder ganz anders aus. Hier ist es unordentlich, es riecht nach Durian (eine Frucht die so erbärmlich stinkt, dass sie hier in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten ist) und man muss aufpassen dass man nicht überfahren wird. So eben wie es viele Inder und Chinesen lieber haben. Dazu eine kleine Geschichte die mir ein Amerikaner erzählt hat: Er meinte, er sei in Little India über die Straße gelaufen und hätte auf einmal einen recht starken Druck auf seinem linken Fuß gespürt. Als er sich daraufhin nach unten umschaute, bemerkte er, dass da ein PKW draufstand. Der sich darin befindliche Fahrer war wohl stinksauer auf den Ami und wollte den Fuß nicht verlassen, denn er ging selbstverständlich davon aus, dass der Amerikaner sich schleunigst unter seinem Auto wegbewegen würde.



Abschließend zum ersten Eintrag nun noch ein paar Infos zum Nachtleben:

Es gibt hier so einige Bars und Clubs im Angebot, die aber alle nicht bezahlbar sind. Jedenfalls was den Alkohol angeht. Wenn man hier etwas trinken gehen will, sollte man danach ein paar Tage hungern. Nur ein kleiner Anhaltspunkt zu den Preisen: Ich war am Mittwoch in einem Club und habe ein kleines Bier und (ich konnte nicht lassen) zwei Jägermeister bestellt. Als ich dann mit einem 50 $ Schein bezahlt habe (umgerechnet € 25), habe ich vergeblich auf Rückgeld gewartet. Ein anderer sehr seltsamer Aspekt ist hier die überall präsente Security wenn man feiern geht. Hier steht in jedem Club alle 10 Meter ein Sicherheitsmann mit Taschenlampe und schaut sich die Leute an als hätten die Anwesenden heute Ausgang und es bestünde akute Fluchtgefahr.

Ansonsten war die erste Zeit hier aber hochinteressant, da man ständig Leute aus den verschiedensten Nationen kennen lernt und durch das preiswerte und unkomplizierte Reisen die ganze Region Südostasien quasi um die Ecke ist. Zum meinem ersten Trip nach Tioman gibt’s mehr im nächsten Eintrag.

12.8.08 20:55
 


bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Veith (12.8.08 15:49)
Das Zimmer sieht doch ganz schön aus! Toller Ausblick, Fenster durch die Licht kommt! Und weniger als 2 h in die Stadt. Ist doch ein Traum!


Anton (12.8.08 18:30)
Nach dem lesen dieses Textes vermisse ich dich so sehr Leo!


Vater Troeder (12.8.08 18:36)
Jägermeister in Singapur. Ich glaub´s bald. Der Strand gefällt mir, das Zimmer finde ich auch toll. Liebe Grüsse Dein Vater


Sabrina (12.8.08 19:18)
Sehr schön. Vehältnismäßig wenig Sarkasmus & Ironie, dir muss es also prächtig gehen! Genieß den Aufguss noch! Liebe Grüße aus dem verregneten Karlsruhe


(13.8.08 09:24)
Besser ein lebendiger Hund als ein toter Löwe.

Altes Testament , Prediger Salomo 9.4

Grüße!!
Kapuwe


Martina (13.8.08 09:44)
Hey Leo!
Die ersten Schocks hast du also gut ueberstanden... ;-) Das mit dem Zimmer wirst du schon ueberleben - wenigstens hast du eins in Uninaehe. Das mit dem feiern und drinken ist auf Dauer vielleicht etwas schwieriger. Da lohnt sich mal n Trip nach Thailand!
Wegen der Sauberkeit: In welcher Großstadt ist Little India und Chinatown denn sauber? Aber ich schwoere - im Vergleich zu Bangkok sind Singapores China- und India-Viertel soooo geleckt ;-)!
Geniess mal weiter den Strand! Und wenn du mal Lust hast - mach ne Schifffahrt aufm Creek, wunderschoen!
Ganz liebe Gruesse hier von uns aus dem Buero. Senf und Likoer hab ich noch nicht geschafft anzuruehren...
Bis bald,
Martina


Stephan (13.8.08 18:57)
Hallo Leo, ich habe nur den Anfang und das Ende gelesen, ich dachte so könnte ich mir den Rest selber denken. Bezüglich Geld für Jägermeister mach dir keine Sorgen, ich habe schon meine Sparkassenkarte in eine Briefumschlag gesteckt und nach- wo immer du auch steckst- geschickt.

Gruß Pulle


CAterina (15.8.08 10:49)
Liebe Leo,
bitte mach nicht den gleichen Fehler wie ich und geh zur wunderbaren kitschigen "Lightshow" auf Santosa,das kanste dir sparen.
Da singen 8 schlechte asiatische Schauspieler am Strand(Playback!!!)und beten, singen einen Fisch und komische Gestalten an, die in die Luft prohiziert werden.
Mach lieber ne Rikscha-Fahrt, die lohnt sich wenigstens

Liebsten Gruß

Caterina


mützel (15.8.08 21:43)
leo, ich vermisse dich.

bitte komm sofort zurück.

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