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Singapur, 11.11.08

So, hat ja mal wieder etwas gedauert und da ich mit der Zeit eine gewisse Schreibfäule erreicht habe, werde ich mich kürzer fassen und mehr Bilder sprechen lassen.
Zuerst jedoch eine kleine Zusammenfassung, denn inzwischen ist ja mehr als die Hälfte meiner Zeit hier um.
Singapur gefällt mir eigentlich ganz gut. Jedoch käme für mich ein Leben auf Dauer hier nicht in Frage. Die Stadt ist eben nichts besonders asiatisches. Es ist eine Enklave für reiche Menschen aus ganz Asien, die mit dem Rest der Welt nicht viel zu tun haben wollen. Ich habe letztens gehört, dass es hier wohl die höchste Millionärsdichte weltweit gibt. Das kommt natürlich nicht an Moskau ran mit der höchsten Milliardärsdichte, dafür ist hier ein wenig transparenter woher das Geld kommt und man fühlt sich hier auf offener Straße auch bei Nacht sicher. Allerdings hat diese Sicherheit hier seinen Preis. Meiner Meinung nach geht dieses Sicherheitsgefühl, die Ordnung und die Gradlinigkeit dieser Stadt einher mit einem großen Verlust asiatischer Kulturidentität. Man muss sich ja mal fragen, warum es hier für jeden Schwachsinn Schilder gibt und alles völlig überreguliert wird. Das müsste man in einer Gesellschaft, die eine solche Ordung als Norm lebt, nicht tun. Das ist hier nur notwendig weil es eigentlich nicht der Kultur und dem Lebensgefühl der Menschen entspricht. Das wird einem besonders dann klar, wenn man Singapur verlässt. Man fährt eine halbe Stunde im öffentlichen Bus über die Grenze und befindet sich in einer völlig anderen Welt. Auf dem Weg dorthin wurde einem allerdings 5 mal gepredigt wie schlecht Drogen sind und dass bei Zuwiderhandlung gegen gewisse Regeln der Strick auf einen wartet.
Das alles ist für einen Europäer eigentlich kein Problem. Diese Regulierung des Staates kommt uns sogar eigentlich entgegen. Für eine paar Monate ist diese Stadt also vor allem wegen ihrer Nähe zu den schönen Ländern Malaysia und Indonesien reizvoll, allerdings nicht auf Dauer.

 

Man kann sich das hier in den öffentlichen Verkehrsmitteln aussuchen:10x Wasser trinken oder einmal den Zug anzünden.

Ja! So wird die Bahn betreten!

In der Mensa hat auch religiös alles seine Ordnung. 

 

Ansonsten macht mir mein Aufenthalt hier jedoch große Freude. Ich treffe sehr interessanten Menschen und darf übers Wochenende zu Stränden reisen, die dem Paradies doch schon recht nahe kommen.
Nun allerdings eine kurze Zusammenfassung von ein paar weiteren Reisen, die ich bisher unternommen habe:

Kuala Lumpur:
Eine sehr interessante Stadt, die nie schläft. Also das perfekte Ausflugsziel für ein Wochenende.  Mitten in der Stadt hält man sich um den Fernsehturm ein kleines Stück Regenwald und darum kann es auch vorkommen, dass man hier und da ein paar Affen begegnet.  


 Regenwald im Stadtzentrum


 Unter den Petronas Towers

In den Petronas Towers. Falls sich manche Leute gefragt haben, warum ich in Deutschland nie kurze Hosen und Flip Flops trage, ist diese Bild hoffentlich Antwort genug. Ich sehe hier aus wie ein Umweltaktivist.

Hier wird wirklich alles gefälscht

Uhr gefällig?

 

Bintan:
Eine sehr schöne Insel in Indonesien, nur zwei Stunden mit dem Boot von Singapur entfernt. Dort habe ich drei Tage verbracht und außer einem verrückten Australier, indonesischem Bier und einem Traumstrand gibt es nicht viel zu berichten. Eine kleine Geshichte gibt es allerdings schon:
Ich saß auf dem Rückweg zur Fähre mit zwei anderen in einem typischen indonesischen Auto, dass uns zum Hafen bringen sollte. Das Auto war natürlich nach höchsten deutschen Sicherheitsstandards für den Verkehr dort gerüstet, den man im übrigen nicht beschrieben kann. Das muss man erlebt haben. Nur ein paar Anhaltspunkte: Mittelstreifen, Fußgängerüberwege, Ampeln und eine offizielle Übereinkunft in welche Richtung die Straßen zu befahren sind, existiern zwar, allerdings ist gerade das letzte eher Ansichtssache, ob man sich dran halten sollte. Es kann also vorkommen, dass man glaubt man sei auf der richtigen Straßenseite und plötzlich kommt einem eine indonesische Familie (Mutter, Vater und mindestens zwei Kinder und Einkäufe) auf EINEM Mopet entgegen. Der Vater hat aber im Normalfall das kleinste Kind vor sich gestetzt und so in einen praktischen Airbag für den Rest umfunktioniert. Gewusst wie!
In diesem Verkehr also hatten wir einen Fahrer der besonderen Sorte erwischt. Es ist schwierig zu sagen in welchem körperlichen und und vor Allem geistigen Zustand er sich befand aber wach war er nicht. Soviel kann ich definitiv sagen. Alle paar Minuten hat er und das ist nicht übertriben, die Augen geschlossen und ist auf die andere Straßenseite abgedriftet. Zur Beunruhigung aller im Auto hat er dann alle paar Minuten eine Sonnenbrille aufgesetzt. Das bedeutete dann völlige Blindfahrt. Ich musste dann alle paar Minuten gegen den Sitz schlagen und ihn aufwecken, indem ich irgendwas auf ihn eingebrüllt habe, wenn uns mal wieder jemand entgegen kam. Ich sage "irgendetwas" auf ihn eingebrüllt weil er natürlich kein Wort englisch gesprochen hat. Eine Mitfahrerin sagte dann nach der Fahrt, dass es doch eine Erleichterung gewesen sei, dass mich Gott mit einem so durchdringend lauten Organ gesegnet hat. Ich wusste immer, dass würde mir nochmal weiterhelfen. (@Pulle: Draussenstimme eben)

Kokosnuss im Überfluss

 

5 Euro pro Nase pro Nacht

 

Perhentian Islands:
Inselkette im Nordosten Malaysias. Sehr schön und die Bilder sollten für sich sprechen.
Eine kleine Anekdote:
Der sicherlich schönste Aspekt dieser Inseln ist die Möglichkeit zu schnorcheln. Man muss überhaupt nicht rausfahren sondern kann das alles vom Strand aus erledigen und hat in direkter Küstennähe(so nah, dass selbst ich rausschwimmen und wieder zurückfinden kann) unzählige Korallen und Fische. Die Highlights waren wahrscheinlich die enorm großen Wasserschildkröten und Stachelrochen.
Da ich bisher noch nie schnorcheln war, kann ich hier keinen Vergleich anstellen, aber ich habe mit ein paar Tauchern gesprochen, die mir versicherten, dies sei einer der schönsten Orte weltweit.
Nun kurz die Geschichte: Wir haben also am zweiten Tag eine 5-stündige Schnorcheltour für umgerechnet 5 Euro gebucht und uns mit einem Führer/Bootsfahrer/Einheimischen auf den Weg gemacht. Da ich das noch nie gemacht hatte und wie alle wissen, die mich kennen wohl jede nur erdenkliche Phobie habe, dachte ich es wäre nett mit etwas leichtem am Morgen anzufangen. Ich hatte also so etwas wie ein paare Clownfische und Korallen im Sinn. Wir fahren also raus und nach 20 Minuten auf der andern Seite der Insel hält der Fahrer an. Er sagt wir könnten jetzt ins Wasser. Auf die Frage, was wir denn hier zu sehen bekämen, kam (exakter Wortlaut) die Antwort: "This is sharkpoint, but no dangerous." Also genau das, was ich mir für 10:00 Uhr Morgens erhofft hatte. Allerdings war unser Fahrer natürlich vertrauenswürdig, da er ein 3-stündiges Fernstudium über Meeresbiologie der renommierten Universität von Perhentian Islands auf Kasette hinter sich hatte. Ich hatte vorher schon gehört, dass es wohl Haie geben würde, das jedoch weitesgehend verdrängt. Nach ein paar Minuten im Wasser haben wir dann auch ein paar gesehen. Natürlich waren die eher von der kleineren Sorte(ich schätze mal bis zu 1,2 m) und attackieren würden die einen wohl auch nicht, aber die Erfahrung direkt neben ein paar Haien zu schwimmen war schon mal was anderes.

Unser Fahrer bei der Schnorcheltour:"This is sharkpoint but no dangerous."

Die Hotelrezeption

Die Moschee in Jerteh auf der Rückfahrt von den Perhentian Islands.

Kurzes Update nun zu dem, was ich hier noch so tue:
Meine letzte Klausur ist am 29.11 und dann werd ich wohl nach Kambodscha fliegen und über Thailand nach Singapur zurückkehren, bevor ich am 22.12. nach Deutschland zurückkomme.
Hoffentlich sehe ich einige von euch zur Weihnachtszeit.
Zum Abschluss noch ein paar Bilder vom Formel 1 Rennen und aus Melakka, einer Stadt in Malaysia, wo sich Portugiesen und Holländer in der Kollonialzeit rumgetrieben haben.

 

 3-Tage Rennen für 100 Euro. Das kann man sich noch leisten.

Mein "Hotel" in Melakka 1

Mein "Hotel" in Melakka 2

Chinesicher Tempel in Melakka

Diese Pose machen die immer. Selbst neben einer Kanone!

Ist schwerer als man glaubt

 

 

 

 

 

 

 

12.11.08 03:16





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