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Trip nach Pulau Tioman


Erst einmal vielen Dank für die doch sehr netten Kommentare und Gästebucheinträge hier im Blog. Das macht es zwar nicht einfacher weit weg von der Heimat zu leben, aber dann kommt man umso lieber wieder zurück. Ich freue mich über jeden Gruß und jede Anmerkung.
Die Minireise nach Tioman ist zwar nun schon drei Wochen her, aber es lohnt sich trotzdem darüber zu schreiben. Tioman ist eine kleine wunderschöne Insel an der Ostküste von Malaysia. Der Trip dorthin hatte schöne und völlig desaströse Aspekte.

Kommen wir erst einmal zu den schönen Dingen:
Es war unfassbar preiswert. Für jeden, der schon mal in Südostasien unterwegs gewesen ist, ist das wohl nix neues, aber ich fand den Preis für das Gesamtpaket doch schon erstaunlich:
Das Gesamtpaket bestand aus zwei Übernachtungen, Transport (ca. 7 Stunden mit Bus (gleich mehr dazu im desaströsen Teil) und Boot), Verpflegung und einer Strandparty all inklusive. Das ganze hat umgerechnet 70 € gekostet. Da überlegt man nicht zweimal. Vor allem bleibt dann wirklich nur die Frage, warum man überhaupt noch ein Wochenende in Singapur verbringen soll? Man reist billiger durch Malaysia als man in Singapur „ist“.
Ebenfalls schön ist die völlig unkomplizierte Art des Reisens hier. Die Überquerung der Grenze von Singapur nach Malaysia ist ähnlich einfach wie ein Trip von Düsseldorf nach Roermond. Das liegt wohl auch daran, dass hier jeden Tag zigtausend Menschen beidseitig diesen Übergang nutzen. Es gibt ja nicht so wahnsinnig viele Möglichkeiten, wenn man von hier nördlich abhauen will.
Seit ein paar Monaten ist dieser Grenzübergang allerdings damit verbunden, dass man seine Fingerabdrücke ablegen muss. Das kommt daher, dass hier seit ungefähr dieser Zeit ein Terrorist auf der Flucht ist. Ganz Singapur ist zuplakatiert mit Fotos von einem Mann, der hier wohl aus dem Gefängnis ausgebrochen ist. Diese Fotos hängen wirklich überall: In der U Bahn, den Studentenwohnheimen, ja sogar vor dem Zoo. Ich habe mich dann mal erkundigt, wer das eigentlich sei und es stellt sich heraus, dass dies einer der Hauptverantwortlichen der Anschläge auf Bali ist. Einige sagen allerdings, dass die ganzen zusätzlichen Grenzkontrollen eine absolute Alibi Aktion der Singapurer Behörden seien, da sich hier keiner vorstellen kann, dass aus dem Gefängnis jemand ausbrechen kann. Die Vermutung vieler ist, dass man ihm den Ausbruch nur ermöglicht hat, um ihn erschießen zu können. Aber das könnte auch linke Studentenpropaganda sein
Nachdem man dann als deutscher erfolgreich die Grenze passiert hat, merkt man sofort, dass man sich nicht mehr in Singapur befindet. Johor Baru (die erste Stadt hinter Grenze) ist lauter, der Verkehr ist chaotischer, die Menschen wollen einem alle paar Meter was andrehen und man fühlt sich irgendwie direkt wohl. Malaysia gehört allerdings schon zu den eher kultivierteren Ländern Südostasiens. Das merkt man alleine daran, dass es hier gute Straßenverhältnisse gibt, was natürlich nichts an der Fahrweise der Einheimischen ändert. Die ist mit einem Wort: bekloppt. Da wir nachts unterwegs waren, gestaltete sich die 4-stündige Autofahrt im Minivan aus dem Jahre 1820 noch etwas spannender. Unser Fahrer hatte alle paar Minuten das dringende Bedürfnis seinen Vordermann mit Hilfe der Gegenspur zu überholen. Dabei spielten folgende Faktoren keine Rolle:
1.Geschwindigkeitsdifferenz zwischen unserem und dem vorderen Auto
2.Das miserable Beschleunigungspotential unserer 8 PS
3.Unmöglichkeit der Sicht auf die Gegenspur wegen Kurven oder Anhebungen
Beten war also angesagt und es scheint geholfen zu haben. Ein paar Stunden später waren wir dann in Mesalla, um von dort auf die Fähre nach Tioman zu springen. Die Fährfahrt war sehr entspannend und man wurde damit begrüßt, dass das Ticket von der Einverständniserklärung erfüllt war, man tue das folgende alles auf eigene Gefahr und die Schiffsbetreiber seien für keinen Schaden verantwortlich zu machen. Da steigt man bedenkenlos und gerne ein.
Angekommen auf der Insel kann man nicht viel sagen, außer dass sie wirklich traumhaft schön ist. Im inneren ist tropischer Regenwald und die Küsten werden von endlosen einsamen Stränden eingenommen. Wenn einem mal langweilig wird, kann man eine Kokosnuss vom Baum schütteln und den halben Tag damit verbringen das Mistding aufzubekommen, bis man einfach nach 2 Stunden im Haus hinter sich nach einem Beil fragt, dass die Geschichte dann in zwei Minuten für einen erledigt. 


 Tioman vom Boot aus

 Für alle, die mal wissen wollten wie eine Ananas wächst
 
 
 
 
 
Eine schöne Geschichte gibt es zum Abschluss dieses Trips noch zu erzählen. Zwei Engländer aus der Gruppe hatten sich am Abreisetag morgens auf den Weg in den Dschungel gemacht; in der Annahme bei der Wanderung handele es sich um einen Rundweg. Dem war aber nicht so und so waren sie zur vereinbarten Abreisezeit nicht da. Wir mussten aber los, weil unser Boot ablegte. Da wir wussten, wo der Weg endete, nahmen wir Ihre Taschen mit und hofften sie auf der anderen Seite der Insel wieder anzutreffen, da uns das Boot als Zwischenstation dort hinbringen würde. Dort waren die Jungs aber auch nicht. Es wurde entschieden man könne die Taschen nicht einfach auf der Insel stehen lassen und so nahmen wir sie mit. Eine Stunde nachdem unsere Fähre das Festland erreicht hatte, bekamen wir einen Anruf von einem der Vermissten. Inzwischen hatten wir festgestellt, dass die Pässe und Portemonnaies der beiden sich ebenfalls in unserem Besitz befanden. Der Anruf gestaltete sich als sehr kurz und ich konnte nur ein paar Sätze aufschnappen. Die waren aber schon lustig genug. Der erste war: “Was? Ihr seit immer noch im Dschungel?“ Da war es bereits 19:30 und fast dunkel. Aber der zweite Satz war viel schöner. Auf die Frage, wie viel Geld die beiden bei sich hätten und ob sie es damit am nächsten Tag zurück zur Grenze schaffen würden, kam eine kurze Zeit nichts und dann: „Was? Wie viel?“ Dann wieder nichts. Darauf dann: “Ach du Scheiße, 7 Ringid?“ Das sind umgerechnet 1,40 Euro. Just in diesem Moment brach das Gespräch ab. Also Malaysia ist zwar billig, aber zu zweit für 7 Ringid ohne Pass 400 km bis zur Grenze zu kommen ist schon eine Herausforderung. Ich weiß nur, dass sie es geschafft haben. Wie ist mit bis heute schleierhaft.
Naja, der Trip hatte sich alleine deswegen für mich gelohnt, da man sehr viele Kontakte knüpfen konnte und ich mit einigen der Leute dort schon den ein oder anderen weiteren Trip geplant bzw. durchgeführt habe. Unter anderem nach Kuala Lumpur und Bintan (eine kleine Insel südlich von Singapur). Dazu hoffentlich bald (das heißt nicht erst wieder nach drei Wochen) mehr.
 
 
Weil ich drauf angesprochen wurde, hier auch mal ein Bild von mir. Das will doch nun wirklich niemand sehen.
6.9.08 13:17





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